Er erfüllt das, was schon so mancher bei den Bayern gefordert hat. Er stellt den neuen spielenden Stürmer beim Rekordmeister dar. Mario Mandzukic, als Spontankauf zuerst belächelt, ist an der Säbener Straße eingeschlagen wie eine Bombe. Kann Mario Gomez im Angesicht so einer starken Konkurrenz seinen Stammplatz verteidigen? Nach dem verlorenen Champions-League-Finale waren die Bayern viel Kritik in den Sportnachrichten ausgesetzt. Einer der am meisten gescholtenen war Mario Gomez, dem unterstellt wurde, sich nicht aktiv am Spiel in der Offensive zu beteiligen. Auch während der EM wurde der Torjäger scharf angegangen, vor allem, weil er zu wenig Laufbereitschaft zeigt. Gomez ist nicht der durch spielerische Raffinesse auffallende Ballkünstler. Doch was dabei alle zu übersehen scheinen, ist die unglaubliche Torquote, die „el Torrero“ von anderen Stürmern abhebt. In 217 Bundesligaspielen hat Gomez 127 Mal getroffen. Ein Ausnahmewert. Probleme hatte Gomez meist dann, wenn tief stehende Gegner die Bayeroffensive taktisch lahmlegten und er so keine verwertbaren Bälle aus dem Mittelfeld zugespielt bekam. Passsicherheit und auch Ballannahme gehören auch nicht zu seinen herausragenden Stärken, es ist eher die Fähigkeit, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, die den 27-Jährigen auszeichnet. Außerdem nutzt er seinen massigen Körper, um sich gegen seine Gegenspieler durchzusetzen.
Ganz anders tritt derzeit der neue Mario im Kader des FCB auf. Mandzukic heißt er und bislang hat er durch 5 Tore in vier Pflichtspielen seinen Einkauf mehr als gerechtfertigt. Er ist Laufstark, kann den Ball halten, bereitet vor und beteiligt sich tatsächlich aktiver am Spielverlauf als sein Namensvetter mit den spanischen Wurzeln. Zuerst dachte man, der Neuzugang wäre eine Notlösung, weil Edin Dzeko oder andere Wunschspieler zu teuer waren. Doch das hat der Kroate unlängst wiederlegt. Mandzukic beteiligt sich aktiver am Spiel und verhält sich so, wie es von manchen Bayernfunktionären gefordert wurde.
Nach dem Abgang von Nils Petersen und Ivica Olic, die am Schluss keine geeigneten Alternativen zu Gomez darstellten, könnte sich beim FCB jetzt ein heißer Konkurrenzkampf im Sturm entwickeln. Mit Mandzukic und Pizarro haben die Bayern Topstürmer verpflichtet, die Gomez ersetzen können. Damit haben die Bayern einen Schwachpunkt aus der vergangenen Saison ausgemerzt, denn Jupp Heynckes kann jetzt den Kader und die Aufstellung besser auf den jeweiligen Gegner einstellen. Gomez, Mandzukic und Pizarro müssen sich dabei nicht zwingend im Weg stehen, vielmehr kann je nach Spielverlauf auf die Gegebenheiten reagiert werden. Sobald Gomez wieder von seiner Verletzung genesen ist, wird er mit Sicherheit um seinen Stammplatz kämpfen. Doch den einen Stammplatz im Sturm wird es vermutlich in dieser Saison beim Rekordmeister nicht geben. Die Bundesliga Quoten auf die Meisterschaft dürften sich aber durch das Angebot im Angriff deutlich verbessert haben.








